[GERMANY] EGR Iserlohn ist der neue Deutscher Meister 2017

  1. Bundesliga Herren, Play-off-Finale – Spiel 2

 

Remscheider Löwen scheitern an Iserlohns Abgeklärtheit   

(tg) Sie haben gekämpft und mit dem Herzen eines bergischen Löwen wirklich alles versucht, um dann am Ende doch den großen Traum sich in Luft auflösen zu sehen. Die Gründe, warum es für die IGR Remscheid nicht zum großen Wurf reichte, waren beim Gegner zu finden: Mit der ganzen Routine und Abgeklärtheit aus 13 DM-Finalserien in Folge ließ der erfolgreiche Titelverteidiger ERG Iserlohn den Herausforderer regelrecht an sich abperlen und zieht damit in den elitären Club Titel-Hattrick-Vereine ein. Die Remscheider Anhänger ließen es sich aber nicht nehmen, ihre „Jungs“ frenetisch für die Vizemeisterschaft zu feiern. 

IGR Remscheid – ERG Iserlohn 3:4 (0:1)

Wie schon am Vortag gab es hüben wie drüben kein langes Taktieren, vielmehr wollten beide Seiten frühestmöglich ein Zeichen setzen. Dabei wurde schnell ersichtlich, dass die Iserlohner wohlweislich ihres Zwei-Tore-Vorsprungs vom Vortag zwar ein hohes Tempo gingen, ihr Hauptaugenmerk aber durchaus auf die Defensive legten.

So hatten die Remscheider zwar schnell ein klares Übergewicht und setzten sich minutenlang in der Hälfte des Titelverteidigers fest. Doch bis auf einen strammen Schuss Yannick Peinke gleich in der ersten Minute kam dabei nichts wirklich Gefährliches heraus.

Mitgnadenloser Effektivität schlug dagegen Iserlohn zu, als sich in der 5. Minute die erste gute Chance bot: Sergio Pereira spielte den Ball ins Zentrum auf Kai Milewski, der wuchtig mit der Rückhand abzog und genau in den Knick traf. Ein herber Nackenschlag für die Hausherren, die diesen aber gut verarbeiteten – wohlwissend, dass die Aufgabe durch das 0:1 nicht leichter geworden war.

Aber die IGRler krempelten, angefeuert von ihren laustarken Fans, die Ärmel hoch. Nur: Es wurde kein Lohn dafür eingefahren. Sosehr sich die Hausherren auch bemühten den Ball in die gegnerische Gefahrenzone zu bringen, es war immer ein Iserlohner im Weg und verhinderte einen Abschluss. So rackerten sich die Bergischen regelrecht an der ERG-Abwehr ab und hatten überdies Glück, dass die Gäste bei ihren blitzschnellen Gegenstößen von Nils Hilbertz (13./Pfosten), Kai Milewski (17.) und Timon Henke (23.) die nötige Millimeter zum zweiten Tor fehlten.

Wesentlichen Anteil daran, dass es zur Pause noch nicht gänzlich aussichtslos war, hatte somit Remscheids Keeper Moritz Kreidewolf, der kurz vor dem Halbzeitpfiff auch noch einen Direkten von Sergio Pereira parierte, nachdem zuvor Daniel Strieder für ein Foul an Nils Hilbertz „Blau“ gesehen hatte (25.).

Das Fazit der ersten Hälfte fiel bei allen Betrachtern aber dennoch einhellig aus: Die routinierteren Iserlohner waren schlichtweg zu clever für die Bergischen Jungspunde, die zwar tapfer immer weide anrannten, aber dabei kaum Schaden verursachten. Stattdessen gerieten sie kurz nach dem Wiederanpfiff noch weiter ins Hintertreffen, als Andre Costa die Überzahl der Westfalen zum 2:0 nutze (27.).

Die Remscheider aber spielten ungeachtet dessen weiter nach vorne, glaubten weiter an ihre Chance, wenngleich zum Titelsieg inzwischen schon ein kleines Wunder nötig war. So blieb Maximilian Richter wenig später abermals der Anschluss verwehrt (28.), doch der nächste Schuss saß dann plötzlich: Daniel Strieder hatte die Kugel aus kurzer Distanz über die Linie gedrückt (30.).

Die IGR-Fans peitschten umgehend die Stimmung an, skandierten „Jetzt geht’s los! Jetzt geht’s los!“ Doch inmitten dieser frenetischen Anfeuerungsrufe, die von den ERG-Anhängern stets in gleicher Laustärke gekontert wurde, tauchte Nils Hilbertz vor Moritz Kreidewolf auf. Der Remscheider Schlussmann pariert zwar, war beim umgehenden Nachschuss von Andrea Münger dann aber machtlos – der Meister hatte zurückgeschlagen (32.).

Und die Westfalen hätten vier weitere Minuten alles klar machen können, doch nach dem 10. IGR-Teamfoul war Moritz Kreidewolf von Andre Costa nicht zu überwinden – und der sich direkt daraus entwickelnde Gegenzug brachte die Hausherren dank ihres abgebrühten Youngsters Alexander Ober wieder heran.

Das 2:3 machte bei den Hausherren offensichtlich die letzten Reserven frei. Mit dem unbändigen Herzen des bergischen Löwen rannten die Herausforderer immer wieder auf das Iserlohner Tor zu, Yannick Peinke scheitere aber erst am Pfosten (37.) dann an Patrick Glowka (39.). Auch das 10. Iserlohner Teamfoul half den Remscheidern nicht, Alexander Ober donnerte die Kugel über das gegnerische Gehäuse (40.).

Die Iserlohner hatten also keinen Grund die Nerven zu verlieren, hielten die Abwehrreihen mit großer Ruhe geschlossen und blockten die IGR-Angriffswellen zumeist auch souverän ab. Darüber hinaus gab es immer öfter Chancen zum Konter, wobei Moritz Kreidewolf zumeist Endstation war. Bis zur 49. Minute war folglich wenigstens der Ausgleich für die tapferen IGRler möglich, doch dann entwischte Andreas Münger und machte mit dem 4:2 den 9. Iserlohner Meistertitel perfekt.

Das Schlusswort hatten aber die Gastgeber, für die Yannick Peinke praktisch mit dem Schlusspfiff noch das 3:4 erzielte, was aber nur ein schwacher Trost war. Der Traum war geplatzt, mit Tränen in den Augen hockten die Remscheider auf dem Feld und mussten den feiernden Iserlohnern zuschauen. 

IGR Remscheid: M. Kreidewolf, J. Langenohl; J. Dutt, F. Selbach, Y. Peinke, R. Selbach, M. Richter, Y. Lukassen, D. Strieder, A. Ober. – ERG Iserlohn: P. Glowka, L. Kost; C. Nunez, N. Hilbertz, K. Milewski, C. Hegener, A. Münger, S. Pereira, T. Henke, A. Costa. – Schiedsrichter: L. Niestroy / C. Niestroy.

Torfolge: 0:1 (5.) K. Milewski, 0:2 (27./Überzahl) A. Costa, 1:2 (30.) D. Strieder, 1:3 (32.) A. Münger, 2:3 (36.) A. Ober, 2:4 49.) A. Münger, 3:4 (50./Überzahl) Y. Peinke. – Zeitstrafen: IGR 2 min (D. Strieder/25.) – ERG 2 min (S. Pereira/50.) – Teamfouls: IGR 17 – ERG 11.

 

  1. Bundesliga Herren, Play-off-Finale – Spiel 1

 

Der Meister hat vorgelegt 

(tg) Alles oder nichts – dieses Motto hatten sich die beiden Finalisten aus Iserlohn und Remscheid offensichtlich groß auf die Fahnen geschrieben: Von der ersten bis zur letzten Sekunde lieferten sich die beiden Teams im ersten Finalspiel einen furioses Highspeed-Duell, bei dem der Titelverteidiger am Ende die Nase zwar vorne hatte, die Meisterschaft damit aber noch längst nicht entschieden ist. Denn Am heimischen Hackenberg haben die Remscheider schon so manches Unmögliche geschafft …

ERG Iserlohn – IGR Remscheid 3:1 (1:1)

Keine taktischen Spielchen, kein „Beschnuppern“ – hüben wie drüben wurde das Gaspedal sofort tief durchgetreten und den 400 Fans beider Lager ein Finale furioso dargeboten. Sicher: Die Abwehrarbeit war dabei nichtsdestotrotz Trumpf, weder Herausforderer Remscheid noch Titelverteidiger Iserlohn gingen volles Risiko, sondern sicherten mit einem Mann immer nach hinten ab. Aber die Marschroute war hüben wie drüben dennoch sehr offensiv ausgerichtet.

Und so dauerte es auch nicht lange, bis die erste hochkarätige Chance verbucht wurde: IGR-Kapitän Yannick Peinke war nach Doppelpass mit Alexander Ober völlig blank, scheiterte aber an ERG-Torwart Patrick Glowka (5.). Nachdem es Daniel Strieder dann aus der Distanz versucht hatte (6.), tauchte auch Iserlohn erstmals vor dem Gästetor auf, in dem Moritz Kreidewolf mit dem Schlenzer von Andreas Münger aber keine Probleme hatte (9.).

Unter dem Strich hatten die Gäste in den ersten Minuten ein Übergewicht, sodass die Führung durch Alexander Ober, der kurz hinter der Mittellinie genau Maß genommen hatte, keineswegs überraschend kam (11.). Keine 60 Sekunden darauf hätte Maximilian Richter auf 2:0 erhöhen müssen, doch völlig frei von Patrick Glowka rutsche ihm plötzlich das Herz in die Hose, seinem Schuss fehlte der nötige Druck. Und so konnten sich die jubelnden IGR-Anhänger nicht lange über den Vorsprung ihres Teams freuen, denn nur zwei Minuten nach dem Rückstand lenkte Sergio Pereira einen Münger-Schuss an Moritz Kreidewolf vorbei – 1:1.

Der Ausgleich drehte zugleich das Kräfteverhältnis, nun hatten die Westfalen ein klares Puls, konnten daraus trotz guter Gelegenheiten von Sergio Pereira (15.), Carlos Nunez (16.) und Kai Milewski (25./Pfosten) aber kein Kapital mehr schlagen. Sowohl die IGR-Defensive als auch die ERG-Abwehr arbeitete nun bei nahezu 100 Prozent, die wenige Schüsse fischten die sicheren Schlussmänner aus der Luft.

Daran änderte sich auch nach dem Seitenwechsel zunächst nicht, beide Mannschaften hielten vor dem eigenen Tor die Reihen geschlossen, sodass den Angreifern kaum ein gefährlicher Abschluss gelang. So war der Distanzschuss von Nils Hilbertz letztlich durchaus auch eine Verlegenheitsoption, doch sein Versuch war so gut getimt, dass er an Freund und Feind vorbei seinen Weg ins IGR-Tor fand (33.).

Vorteil für den Titelverteidiger also – und diesen verteidigten die Iserlohner fortan mit nahezu beängstigender Perfektion. Die Gäste aus dem Bergischen versuchten immer wieder mit ebenso variablen wie kreativen Mitteln, eine Lücke in die ERG-Abwehr zu reißen, fanden letztlich aber keinen wirklichen Ansatzpunkt. Patrick Glowka war zwar keineswegs arbeitslos, doch von den IGR-Abschlüssen ging letztlich keine ernsthafte Gefahr aus.

Dies lag sicherlich auch daran, dass die Iserlohner komplett durchwechselten und somit immer wieder Kräfte tanken konnten, während beim Herausforderer das Quartett Yannick Peinke, Fabian Selbach, Daniel Strieder und Alexander Ober im zweiten Durchgang nahezu durchspielte, nachdem sich gleich zu Beginn dieses Durchgangs Maximilian Richter nach einem Zusammenprall mit Timon Henke eine Platzwunde an der Stirn zugezogen hatte und danach ausfiel. So ging den Remscheidern langsam die Luft aus und es schlichen sich Fehler ein. Mit letztlich fatalen Folgen, denn zwei Minuten vor dem Ende kam Andreas Münger so an den Ball, schickte dann Kai Milewski und der ließ Moritz Kreidewolf keine Chance – 3:1 (48.). 

ERG Iserlohn: P. Glowka, L. Kost; C. Nunez, N. Hilbertz, K. Milewski, C. Hegener, A. Münger, S. Pereira, T. Henke, A. Costa. – IGR Remscheid: M. Kreidewolf, J. Langenohl; J. Dutt, F. Selbach, Y. Peinke, R. Selbach, M. Richter, Y. Lukassen, D. Strieder, A. Ober. – Schiedsrichter: T. Flössel / F. Schäfer.

Torfolge: 0:1 (11.) A. Ober, 1:1 (13.) S. Pereira, 2:1 (33.) N. Hilbertz, 3:1 (48.) K. Milewski. – Zeitstrafen: ERG 0 min – IGR 0 min – Teamfouls: ERG 5 – IGR 6.

 

 

So geht’s weiter …

… am 21. Mai 2017 mit dem Play-off-Finale           

IGR Remscheid                –              ERG Iserlohn                                  15.30 Uhr, Sporthalle Hackenberg       

              

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